Parasiten – die wahren Sieger der Evolution – Video

Ξ July 1st, 2009 | → Noch keine Kommentare | ∇ Forschung, Gesundheit, Körper, Videos |

 

Naturheilmittel gegen Rückenschmerzen

Ξ June 30th, 2009 | → Noch keine Kommentare | ∇ Gesundheit, Körper, Tipps / Hilfreiches / Wissen |

Viele Menschen 30 aufwätrts leiden unter Rückenschmerzen. Doch es müssen nicht immer die Medikamente sein, um die Schmerzen zu lindern oder gar weg zu schaffen. Gesünder ist es, auf die Naturheilmittel oder alternative Methoden zu wehseln.

Massage

Manchem ist schon mit einer Rückenmassage geholfen. Eine Massage tut nicht nur gut, sondern lockert die Muskeln, was die Schmerzen lindern kann.

Gras

Bei einer entzündung sind die Weiße Weide oder Teufelskralle empfehlenswert. Diese Gräder hemmen nähmlich die Entzündung. Wer eine Muskelverspannung hat und keine Massage in Anspruch nehmen möchte, dem helfen Johanneskraut und Lavendel.

Akupunktur

Mit Hilfe der Akupumktur schaffen manche Menschen, die Schmerzen los zu werden. Jedoch funktioniert diese Methode nicht bei allen.

 

Kaum Schlaf für Autofahrer wie Alkohol

Ξ February 17th, 2009 | → Noch keine Kommentare | ∇ Auto & Co., Körper |

 

Gestörter Schlaf bedeutet ein extremes Unfallrisiko, denn jeder dritte Verkehrsunfall geht auf ein Schlafdefizit des verursachenden Autolenkers zurück. Gleichzeitig ist jeder dritte Autofahrer und jeder zweite LKW- und Buslenker übermüdet. Das betont Manfred Walzl, Neurologe und Psychiater der Landesnervenklinik Graz anlässlich einer Pressekonferenz der Initiative Gesunder Schlaf am heutigen Dienstag in Wien. Gefährlich ist die Müdigkeit vor allem durch die ausbleibende Aufmerksamkeit, die im schlimmsten Fall zum Einschlafen hinter dem Steuer führt. Spanische Studien haben gezeigt, dass Tagesmüdigkeit die Unfallgefahr versechsfacht, in Kombination mit Alkohol ist das Risiko gar elfmal höher. “Wer nachts nur vier Stunden geschlafen hat, reagiert als hätte er 0,5 Promille Alkohol im Blut. Bei einer durchwachten Nacht verschlechtert sich die Reaktion auf einen Wert, der 0,8 Promille entspricht”, so Walzl.

Unfallstatistiker kämpfen bisher noch mit dem Problem, Autounfälle eindeutig als Folgen der Übermüdung zu identifizieren. “Neben den Unfällen, die eindeutig auf Schläfrigkeit zurückgeführt werden können, gibt es eine hohe Zahl von Unfällen aus fehlender Aufmerksamkeit. Doch diese verlaufen meist nach dem Schema, dass junge männliche Lenker von der Straße abkommen, womit sich ebenfalls Übermüdung als Ursache vermuten lässt”, so Walzl. Jeder dritte Unfall insgesamt und jeder vierte tödliche Unfall im Straßenverkehr sei demnach durch Müdigkeit verschuldet. Walzl fordert bessere Checklisten für die Exekutive, um bei Unfalllenkern Anzeichen für Schläfrigkeit besser festzustellen, wird doch die Übermüdung am Steuer vor Gericht mittlerweile wie Alkoholisierung behandelt.

Objektivierbar ist die Übermüdung erst seit kurzem durch den pupillometrischen Schläfrigkeitstest, der den Unruheindex der Pupillen als Maß für Fahruntüchtigkeit aufgrund von Müdigkeit erhebt. Entsprechende Geräte könnten in Zukunft bei Verkehrskontrollen eingesetzt werden, stellt Walzl in Aussicht. “Derzeit sind die Apparate noch zu groß für den mobilen Einsatz. Wenn dieses Problem jedoch in etwa fünf Jahren gelöst ist, könnte damit gleichzeitig auch das Drogenscreening erfolgen.” Der Autofahrerclub ÖAMTC sieht solche Maßnahmen mit Skepsis. “Für eine ordentliche Untersuchung der Müdigkeit müssten Rahmenbedingungen wie die 15-minütige Wartezeit gewährleistet sein. Außerdem ist eine bessere Unterscheidung zwischen der Auswirkung von Drogen oder von Müdigkeit nötig”, gibt Marion Seidenberger-Wutzl, ÖAMTC-Verkehrspsychologin zu bedenken. Walzl verweist hingegen auf aktuelle Geräte, die diese Trennung bereits vornehmen.

Einige Autohersteller hätten laut Walzl mit dem Einbau von Systemen begonnen, die das Einschlafen verhindern sollen. Die Erhebung der Müdigkeit folgt jedoch nach anderem Muster als dem der Pupillenmessung. “Bestimmte Mercedes-Modelle analysieren das Lenkverhalten und warnen über den Bordcomputer, wenn unnötige Lenkausschläge registriert werden.” Andere Modelle beobachten die Lidschläge der Augen oder die Stimme des Fahrers. “Doch alle diese Mechanismen sind unnötig, wenn man auf die Signale des Körpers achtet”, so Walzl. Nach festgestellter Müdigkeit sei es am besten, eine Fahrpause einzulegen. “Daneben ist auch ausreichendes Trinken wichtig. Denn zwei Prozent weniger Körperflüssigkeit im Kreislauf vermindert die Aufmerksamkeit bereits um ein Viertel”, so der Grazer Mediziner.

Sind Sie schon jemals betrunken Autob gefahren?

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Vitalitätsfunktionencheck per Schlüsselbund

Ξ February 2nd, 2009 | → Noch keine Kommentare | ∇ Forschung, Gesundheit, Körper, Technik |

Ein neuer Sensor zeigt Ersthelfern in wenigen Sekunden an, ob eine Wiederbelebung von Herzinfarkt- oder Unfallopfern sinnvoll ist oder nicht. Die Entwicklung des Instituts für Biomedizinische Technik am Karlsruher Institute of Technology ist so klein wie eine Nussschale und steht kurz vor Serienreife. “An den Hals angelegt, prüft das Gerät, ob Puls und Atmung noch funktionieren. Wenn mindestens einer dieser beiden Parameter fehlt, wird eine LED-Leuchte aktiviert”, sagt Projektkoordinator Marc Jäger. Hauptvorteil des Sensors gegenüber bisher erhältlichen Systemen ist laut Entwickler neben schneller Reaktionszeit und hoher Zuverlässigkeit auch sein geringer Preis.

Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sind in den Industrieländern die häufigste Todesursache und führen allein in Deutschland jährlich bei etwa 100.000 Menschen zum plötzlichen Herzstillstand. Ob die Betroffenen überleben, entscheidet in vielen Fällen die schnelle und korrekte Reaktion der Ersthelfer vor Ort. Dabei zählt jede Minute, denn zehn Minuten nach einem Kreislaufstillstand gibt es kaum mehr Überlebenschancen. Statistiken zeigen, dass sich nur jede siebte Person, die zufällig bei einem Notfall mit Herz-Kreislauf-Stillstand anwesend ist, die Reanimation zutraut. Da jedoch nur wenige Ersthelfer den Puls korrekt ertasten können, erfolgt die Reanimierung nur etwa bei jedem zehnten Herz-Kreislauf-Stillstand-Notfall korrekt.

Die Karlsruher Entwicklung soll das Erkennen des lebensbedrohenden Zustands schneller und sicherer machen. Der Helfer legt dazu dem Betroffenen den Sensor an den Hals. “Mehrere Halsregionen eignen sich dafür, bei Männern etwa die Stelle unterhalb des Adamsapfels”, erklärt Jäger. Der Sensor erfasst durch nicht-lineare Methoden gleichzeitig die Signale der kleinsten Hebungen und Senkungen, die das Atmen auslöst, sowie auch das Pulsieren der Adern. Zehn Sekunden später teilt ein optisches oder akustisches Signal dem Helfer mit, ob die Reanimation empfohlen wird oder nicht.

Die Zuverlässigkeit des Geräts, die derzeit bereits bei 90 Prozent liegt, soll noch weiter gesteigert werden, ehe es laut dem Karlsruher Entwickler in den nächsten Monaten Serienreife erlangt. Nach Abschluss auch klinischer Tests soll der Sensor in zwei Jahren am Markt erscheinen. “Die erste Zielgruppe sind Feuerwehrleute und Sanitäter. Doch auch Privatpersonen sollen das Gerät nutzen können”, so Jäger. Dafür entscheidend seien die niedrigen Kosten und die Handlichkeit. “Der Preis wird weniger als 20 Euro betragen. Das Gerät kann am Schlüsselbund getragen oder in den Verbandskasten integriert werden”, so Jäger abschließend.

 

Erste Luftröhrentranspantation erfolgreich gemeistert

Ξ November 19th, 2008 | → Noch keine Kommentare | ∇ Forschung, Körper, Medizin |

Spanische Mediziner haben die weltweit erste Transplantation eines ganzen aus Gewebe geschaffenen Organs durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine Luftröhre aus den Stammzellen der Patientin. Dieser entscheidend neue Ansatz bedeutet auch, dass Gewebetransplantationen erstmals ohne Medikamente gegen Gewebeabstoßung durchgeführt werden können. Seit fünf Monaten gehe es der 30-jährigen zweifachen Mutter Claudia Castillo sehr gut, berichtet The Lancet.

Das europäische Wissenschaftlerteam um Paolo Macchiarini von der Clini Corporacio Sanitaria geht davon aus, dass maßgeschneiderte Organe zur Norm werden könnten. Forscher der University of Bristol halfen dabei, die Zellen für das Transplantat zu schaffen. Es war notwendig geworden, um eine Lunge nach der Schädigung der Atemwege durch Tuberkulose zu retten. Das Team ging von einer gespendeten Luftröhre eines Patienten aus, der vor kurzem gestorben war. Mit starken Chemikalien und Enzymen wurden alle Zellen von dem Organ entfernt. Es blieb nur das Gerüst aus Gewebe. Dieses Gerüst wurde mit Zellen der Patientin ausgestattet. Damit konnte dann die geschädigte rechte Bronchie repariert werden. Die körpereigenen Zellen brachten den Körper dazu, zu glauben, dass es sich beim Transplantat um keinen fremden Teil handelte. Damit konnte auch die Abstoßungsreaktion verhindert werden.

Der Patientin wurden zwei Arten von Zellen entnommen. Zellen, die ihre Luftröhre ausgekleidet hatten und Stammzellen aus dem Knochenmark, die dazu gebracht werden konnten, sich in die Zellen zu verwandeln, die normalerweise das Organ umschließen. Nach vier Tagen Wachstum in einem speziellen Bioreaktor konnte die Transplantation vorgenommen werden. Macchiarini führte die Operation im Juni durch. Er hatte nach eigenen Angaben ziemlich große Angst, denn bisher wurden derartige Eingriffe nur an Schweinen durchgeführt. Die Operation erwies sich als großer Erfolg. Nach nur vier Tagen war die neue Luftröhre kaum mehr von den benachbarten normalen Atemwegen zu unterscheiden. Nach einem Monat ergab die Biopsie, dass das Transplantat eine eigene Blutversorgung ausgebildet hatte. Nachdem sich bisher keine Anzeichen einer Abstoßung gezeigt haben, ist der Mediziner sehr zuversichtlich, dass sie auch in Zukunft ausbleiben werden. Heute führt Claudia Castillo laut BBC wieder ein normales Leben.

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Buchstabenabstand entscheidet über Lesefreundlichkeit

Ξ October 3rd, 2008 | → Noch keine Kommentare | ∇ Alltägliches, Körper |

Ob ein Text lesefreundlich ist, hängt vor allem vom ausreichenden Abstand der Buchstaben ab, nicht von der Textgröße. Das haben nun Gehirnforscher der New York University herausgefunden und im Journal “Nature Neuroscience” veröffentlicht. Erst wenn der Raum zwischen Buchstaben einen Mindestwert überschritten hat, der als “kritischer Abstand” bezeichnet wird, kann das Gehirn ohne Mühe lesen. Näher zusammengedrängte Buchstaben können hingegen nur schwer entschlüsselt werden.

Was fürs Lesen gilt, lässt sich überall im Alltag beobachten: Beim Erfassen von Werbeplakaten, auf der Suche nach Artikeln am Flohmarkt oder für das Ordnungsgefühl in den eigenen vier Wänden ist das Auge auf Zwischenräume angewiesen. Obwohl dies offensichtlich scheint, hat sich die Ansicht noch kaum durchgesetzt: “Die meisten haben die festgefahrene Meinung, die Sichtbarkeit hänge in erster Linie von der Größe ab,” sagt Studienautor Denis Pelli, Psychologe an der “New York University”.

Nun wurde erforscht, warum das nicht so ist. Damit ein Objekt erkannt wird, wird es vom Auge erfasst und in mehreren Bestandteilen analysiert, etwa nach Linien oder Ecken. Schwierig wird das, wenn der Hintergrund zuviel Ablenkung bietet: Bei großer Unordnung erhält das Gehirn zu viele Informationen, die alle miteinander kombiniert werden. In Folge fällt das Erkennen schwerer. “Einen Vogel am Himmel können wir mühelos beobachten, solange er nicht im Schwarm fliegt. Doch unsere visuelle Welt ist nicht geordnet, daher muss das Auge zuerst alles vom Hintergrund isolieren”, erklärt Pelli.

Je weiter Objekte entfernt sind, desto größer muss ihr Abstand sein, um erkannt zu werden: Wer ein Buch aus größerer Distanz zu lesen versucht, sieht, dass die Buchstaben zusammenrücken und in der Menge verschwimmen. Wie groß der zum Lesen notwendige Zwischenraum genau ist, hängt auch vom Leser ab: Mit zunehmendem Alter und Übung kann ein Kind immer kleinere Abstände wahrnehmen und erhöht dadurch sein Lesetempo.

 

 

Bakterien aus dem Hundemaul können für den Menschen gefährlich sein

Ξ October 3rd, 2008 | → Noch keine Kommentare | ∇ Forschung, Gesundheit, Körper, Menschen, Tiere |

Dass Bakterien aus dem Hundemaul für den Menschen gefährlich werden können, ist der Wissenschaft schon länger bekannt. Warum das so ist, hat nun eine Basler Forschergruppe erkundet: Die Krankheitserreger ernähren sich von Zuckern an der Oberfläche der Körper- wie auch Abwehrzellen und bleiben dabei vom menschlichen Immunsystem unbemerkt.

Hundebisse oder in seltenen Fällen Kratzer können zu Infektionen führen: Wissenschaftler der Universität Basel untersuchen eine Bakterienart im Hundespeichel, die Probleme bereiten kann, sobald sie in den menschlichen Kreislauf gelangen. Unsere Abwehrzellen bemerken die an das Hundemaul angepassten Bakterien kaum, daher entwickelt der Körper keine Immunabwehr. Als Nahrung dienen den Erregern Zuckerreste auf der Oberfläche der Körperzellen, so die Molekularbiologin Manuela Mally. “Tests bei Mäusen haben uns gezeigt, dass die Bakterien nur überlebten, wenn sie diese Zuckerreste abspalten konnten.”

Das Hundemaul-Bakterium, von dem hier die Rede ist, heißt “Capnocytophaga canimorsus”. Kompliziert wie sein Name sind auch die gesundheitlichen Folgen, die im menschlichen Körper ausgelöst werden können: Eine Infektion kann zu Blutvergiftung, Wundbrand und Hirnhautentzündung führen, im Extremfall sogar zum Tod. “Jährlich werden mehrere Menschen damit infiziert”, schätzt Mally. Aufgrund der fehlenden Meldepflicht könne man jedoch die tatsächlichen Ausmaße der Gefährdung nicht erfassen. Kein Risiko besteht hingegen für die Hunde selbst: “Sie haben das Bakterium gut unter Kontrolle”, so die Forscherin.

Gefährdet sind laut Mally besonders Hundebesitzer mit entfernter Milz oder instabilem Immunsystem sowie Alkoholiker: “60 Prozent der Erkrankungen kommen aus dieser Risikogruppe”. Als Vorsichtsmaßnahme rät die Expertin, nach einem Hundebiss rasch den Arzt aufzusuchen. Denn eine entsprechende Antibiotikabehandlung tötet die Bakterien schnell ab und kann eine Infektion verhindern. Schwieriger ist das Erkennen bei weniger offensichtlichen Fällen, wenn etwa ein Hund eine offene Wunde ableckt oder bei von Hunden verursachten Kratzern. In seltenen Fällen kann der Erreger bereits dadurch von Tier auf Mensch übertragen werden.

Dass das Bakterium aus dem Hundemaul negative Auswirkungen für den Menschen hat, war der Medizin schon seit den 70er-Jahren bekannt, nicht jedoch die genaueren Ursachen der Gefährlichkeit. Auch nach den jetzigen Erkenntnissen liegt noch vieles im Dunkeln: In welcher Weise etwa die Abwehrzellen des Menschen beeinflusst werden oder welche unterschiedlichen Eigenschaften verschiedene Bakterienstämme haben. “Das sind unsere nächsten Forschungsprojekte”, verrät Mally.

 

Herzschrittmacher wird 50 Jahre alt

Ξ September 26th, 2008 | → Noch keine Kommentare | ∇ Forschung, Gesundheit, Körper |

Am 8. Oktober 1958 wurde dem Schweden Arne Larsson der erste vollständig implantierte Herzschrittmacher der Welt eingesetzt. “Damals musste man dafür noch den ganzen Brustkorb öffnen”, meinte Konrad Steinbach, Präsident des österreichischen Herzfonds, heute, Freitag, in Wien. Anlässlich des 50. Geburtstages des Herzschrittmachers eröffnet am kommenden Sonntag eine Sonderausstellung im technischen Museum Wien ihre Pforten. Bis zum 30. April 2009 können sich Besucher über die Entwicklung des kleinen Lebensretters informieren. “Zudem wird es Fachvorträge von Ärzten geben und zahlreiche museumspädagogisches Angebote, mit denen wir das Thema Herzschrittmacher auch Kindern näher bringen wollen”, erklärt TMW-Direktorin Gabriele Zuna-Kratky gegenüber unserer Redaktion.

“Auch wenn ein Österreicher durchschnittlich erst mit 76 Jahren seinen ersten Herzschrittmacher bekommt, sollten auch Kinder und Jugendliche wissen, wie sie funktionieren und welche Bedeutung sie haben”, sagt Michael Nürnberg, Experte für Herzschrittmacher am Wilhelminenspital Wien. Insgesamt knapp 50.000 Herzschrittmacher seien seit 1963 in Österreich implantiert worden. Zwischen 30.000 und 35.000 Patienten leben heute mit einem Herzschrittmacher in der Alpenrepublik. “Der große Unterschied zu früher ist aber, dass heute nicht mehr alle ein bis zwei Jahre die Geräte erneuert werden müssen, sondern erst nach sechs bis sieben Jahren”, weiß Nürnberg zu berichten. Zwar würden die Batterien je nach Belastung auch bis zu zwölf Jahre halten, doch sei die Entwicklung auf dem Gebiet der Herzschrittmacher so rasant, dass nach spätestens zehn Jahren ein neuer eingesetzt werde. “Quasi ein Upgrade fürs Herz”, meint Nürnberg weiter.

“War der Herzschrittmacher vor zwei Jahrzehnten nicht viel mehr als ein Herz-in-Gang-Halter ist er heute ein umfangreiches Monitoring-System”, fährt Steinbach fort. So können Geräte der aktuellen Generation Dauer-EKG-Aufzeichnungen vornehmen, die via Handy an den behandelnden Arzt übermittelt werden. “Ziel der Entwicklung ist, dass beim Herzschrittmacher noch mehr derartige Funktionen integriert werden und der Arzt somit schnell ein umfangreiches Krankenbild des Patienten erhält”, sagt Nürnberg.

Doch nicht nur bei den Funktionen, sondern auch in Größe, Gewicht und Preis hat der Herzschrittmacher in den vergangenen 50 Jahren zahlreiche Entwicklungsstadien durchlaufen. War er in seinen Anfängen fast 130 Gramm schwer, doppelt so groß wie eine Streichholzschachtel und musste in einer aufwändigen Operation im Bauchraum befestigt werden, dauert die Implantation des 2-Euro-Stück großen Gerätes heutzutage keine halbe Stunde mehr. “An sich könnten wir zumindest die Austauschoperationen ambulant vornehmen, doch aus Rentabilitätsgründen und zur Beobachtung bleiben die Patienten meist zwei Nächte im Krankenhaus”, erläutert Steinbach. Herzschrittmacher kosten heute je nach Ausstattung zwischen 3.000 und 4.500 Euro, vor einem halben Jahrhundert schlugen sie mit umgerechnet 10.000 Euro zu Buche.

“Selbst wenn ein junger Mensch einen Herzschrittmacher eingesetzt bekommt, muss er kaum mit großen Beeinträchtigungen seiner Lebensgewohnheiten rechnen”, sagt Nürnberg. Denn im Gegensatz zu Vorgängermodellen würden selbst Handystrahlung und Metalldetektoren wie sie an Flughäfen eingesetzt werden, den Geräten nichts mehr ausmachen. “Dennoch rate ich meinen Patienten immer, zu sagen, dass sie einen Herzschrittmacher haben. Nicht etwa, weil die Strahlen gefährlich für sie sind, sondern weil sie dann schneller beim Check-In fertig sind”, erzählt Steinbach. Nur extremer externer Druck auf die Elektroden des Herzschrittsmachers könnte zu Problemen führen, da sich diese lösen könnten. “Deshalb wurde auch die Gurtpflicht für Herzschrittmacher-Patienten gelockert”, sagt Steinbach abschließend.

 

50% aller Diabetes-Amputationen vermeidbar

Ξ August 25th, 2008 | → Noch keine Kommentare | ∇ Körper, Medizin |

Jährlich werden in Deutschland knapp 40.000 Diabetes bedingte Amputationen vorgenommen – nur die Hälfte ist jedoch wirklich notwendig”, meint Wolfram Wenz, leitender Oberarzt an der Orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg. “In einigen Fällen wird bereits nach einem Jahr bei Diabetespatienten ein Fuß amputiert, obwohl mit etwas Geduld und Einsatz dieser durchaus zu retten wäre”, beklagt der Spezialist für rekonstruktive Fußchirurgie. Den Grund dafür sieht er darin, dass es zu wenig Spezialärzte für das Thema diabetisches Fußsyndrom in Deutschland gibt. “Oftmals kümmern sich in den Kliniken Internisten um Diabetiker, die nicht immer das absolute Fachwissen um die Komplexität der Thematik haben”, meint Wenz. Ein ähnliches Bild zeichnet auch Eckhard Müller, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft diabetischer Fuß: “Einige Ärzte sind einfach zu ungeduldig und können den Heilungsprozess nicht abwarten. Das ist ein ernsthaftes Problem.”


Neuartige Operationsmethode rettet zahlreiche Füße vor der Amputation (Foto: Uni Heidelberg)

In einer Erhebung konnte Wenz nachweisen, dass circa 36 Prozent der Diabetiker nach der ersten Amputation binnen eines Jahres versterben und rund die Hälfte innerhalb der nächsten drei Jahre. Nach fünf Jahren lebt nicht einmal mehr jeder dritte Amputationspatient. “Der Grund dafür dürfte sein, dass eine Amputation für die Betroffenen der Anfang vom Ende ist und sie sich innerlich aufgeben”, sagt Wenz. Dazu komme, dass nach einer Fuß- oder Beinamputation das verbleibende Bein viel stärker belastet wird. Dadurch würde bei rund 50 Prozent der Beinamputierten binnen der nächsten vier Jahre auch das zweite abgenommen werden. “Durch die Amputationen sind die Patienten nicht mehr in der Lage, alleine für sich zu sorgen und landen in der Vielzahl in Pflegeheimen”, führt Wenz aus. “Da kann doch kaum noch von einer Erleichterung für die Patienten gesprochen werden.”

Wenz plädiert dafür, statt auf Amputationen auf vorbeugende Maßnahmen und Gliedmaßen erhaltende Operationen zu setzen. Dazu gehört auch eine genaue Beobachtung des eigenen Körpers. “Das Problem bei Diabetikern ist, dass sie oftmals gar nicht mitbekommen, dass sie eine Wunde haben”, sagt Michael Stumvoll, Experte für Diabetes an der Universität Leipzig. Denn neben einem Verschluss der Gefäße kommt es zudem zu einer Nervenerkrankung, wodurch die Patienten kein Gefühl mehr in Fuß oder Bein haben. “Dann reicht schon ein nicht bemerktes Taschentuch im Schuh aus, dass sich eine Blase unter dem Fuß bildet und diese kann sich bei Nichtbehandlung entzünden”, so Stummvoll. Auch Müller appelliert an die Patienten. Diese müssten anfangen zu verstehen, dass sie auch mit kleinsten Verletzungen zum Arzt gehen sollten. “Aus Bagatellen kann sich bei Diabetikern ganz schnell eine große Entzündung entwickeln”, so Müller.

Wenz und sein Team konnten in den vergangenen Monaten bei einer Vielzahl von Patienten Füße retten, die von anderen Ärzte amputiert werden sollten. “Wir trauen uns vielleicht mehr zu als andere Kollegen. Eine Fußoperation ist für mich, wie in mein Wohnzimmer zu gehen”, erklärt Wenz selbstbewusst. Bei ihrer Methode entfernen die Heidelberger Ärzte nicht den ganzen Fuß, sondern nur den entzündeten Knochen und lassen Nervenbahnen im Inneren des Fußes stehen. “Dann wird der Knochen durch Teile der eigenen Beckenschaufel ersetzt und durch Schrauben fixiert”, erläutert Wenz.

Hoffnung darauf, dass es erst gar nicht zu Entzündungen kommt, macht ein britisches Forschungsergebnis. Wissenschaftler der Universität Bristol fanden ein Protein, das dafür verantwortlich gemacht wird, dass der Wundverschluss langsamer vorangeht. Sie hoffen, daraus in einigen Jahren ein wirksames Medikament entwickeln zu können.

 

 

 

Tumore bilden früher Metastasen als gedacht

Ξ August 18th, 2008 | → Noch keine Kommentare | ∇ Forschung, Körper, Medizin |

Forschern der Medizinischen Universität Graz und der Universität München ist ein entscheidender Schritt beim Verständnis der Wucherung von Tumorzellen gelungen. Bislang ging die Wissenschaft davon aus, dass Krebsgeschwüre erst in einem fortgeschrittenen Stadium beginnen Metastasen zu bilden. Dem Team um den Humangenetiker Jochen Geigl ist es nun aber gelungen nachzuweisen, dass dies bereits viel früher geschieht. “Bereits in einer Phase, in der ein Pathologe den Tumor noch als ungefährlich einschätzen würde, wandern bereits Zellen vom Ersttumor in andere Körperbereiche”.

Doch beginnen sie dort nicht sofort ungebremst zu wuchern. “Die meisten Zellen schlafen ein Leben lang, nur wenige wuchern und befallen dann wiederum andere Zellen”, sagt Geigl. Warum einige Metastasen sich vervielfältigen und andere nicht, ist bis heute ungeklärt. Geigl hat dazu zwei Theorien: “Entweder sendet der Ersttumor Signale zum Wachstum aus oder die Botenstoffe kommen aus der Umgebung der Tochter-Tumorzellen.” Ziel der weiteren Forschungsarbeiten soll es nun sein, herauszufinden, welche der beiden Varianten sich als die richtige herausstellt.

Die Forscher fanden zudem heraus, dass die Tochtergeschwülste zwar theoretisch in den ganzen Körper wandern könnten, sich jedoch vor allem im Knochenmark und in der Lunge ansiedeln. “Es könnte sein, dass es dort Rezeptoren gibt, die das Andocken der Krebszellen erleichtern”, sagt Geigl. Wenn sich dies bestätigen würde, wäre eine gezielte Behandlung dieser Regionen möglich. “Wir sind mit unseren Ergebnissen dem Verständnis, wie sich Krebs ausbreitet, ganz sicher einen großen Schritt näher gekommen”, meint Geigl. Er gibt aber zu bedenken, dass sich die im Mausversuch gefundenen Ergebnisse erst noch beim Menschen bestätigen müssen.

Die Hoffnung der Wissenschaftler ist, ein Medikament zu entwickeln, dass die Metastasen auf Dauer schlafen lässt, so dass diese keine anderen Organe schädigen können. “Es scheint nach diesen Ergebnissen aussichtslos zu sein, verhindern zu wollen, dass sich überhaupt erst Metastasen bilden”, erläutert Geigl. Denn dafür müssten Tumore in einem so frühen Zeitpunkt entdeckt werden, zu dem sie noch keine krankhaften Zellen abgegeben haben. Aber dies hält der Krebsexperte für derzeit fast ausgeschlossen. Doch durch ein Verständnis dafür, warum einige Metastasen mutieren und andere nicht, sei die Tür zu einem Gegenmittel weit geöffnet.

 

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